weltweit hygienisch duschen
Jeder kennt es:
Kaum dreht man das Wasser auf, klebt der kalte Duschvorhang an Armen oder Beinen. Woran liegt das?
Die Frage nach dem Duschvorhang beschäftigt nicht nur morgendliche Duscher, sondern auch Wissenschaftler bereits seit Jahren. Zwei verschiedene Erklärungen standen sich immer gegenüber:
Einmal der Bernoulli-Effekt – zuletzt von Wolfgang Bürger noch einmal unters Volk gebracht (siehe Linkliste), obwohl in derselben Zeitschrift schon 15 Jahre zuvor eine bessere Erklärung stand. Der Bernoulli-Effekt beschreibt, wie sich Druckverhältnisse von Flüssigkeiten in Rohren in Abhängigkeit von der Fließgeschwindigkeit ändern (vgl. hierzu den ausführlichen Beitrag in Spektrum der Wissenschaft 1988). Demnach ist es falsch, den Bernoulli-Effekt auf das Duschvorhangproblem anzuwenden. Eine zweite Theorie besagt, dass der Duschvorhang durch die Wärmebewegung bzw. den Auftrieb der leichteren (weil feuchten bzw. feucht-warmen) Luft hervorgerufen wird. Diese Theorie ist zwar nicht falsch (vgl. oben), aber ihr Effekt ist eher gering.
Spätestens seit Juli 2001 ist das Geheimnis des Duschvorhangs allerdings gelüftet – zumindest, wenn man der Computer-Simulation von Professor David Schmidt traut. Er hat an der Universität von Massachusetts in Amherst mit einer Software für Strömungsdynamik 30 Sekunden Duschen mit Vorhang simuliert. Dafür hat er den Raum um eine Badewanne mit Duschvorhang in 50000 Segmente aufgeteilt.
Die Berechnung zeigt, dass in der Dusche ein stabiler Wirbel (aus Luft und Feuchtigkeit) entsteht. Im Innern dieses Wirbels herrscht ein geringerer Luftdruck (ähnlich wie in einem Tornado), so dass der Vorhang zum Duschstrahl hin gesaugt wird. Und beim heißen Duschen wird der Effekt durch die Wärmebewegung verstärkt.
Quelle: http://www.kopfball.de/frgevg.phtml?kbsec=frgevg&kbfrgevgsec=dtlc, Februar 2006